Wie RECHTS ist die Gelsenkirchener DIE LINKE?

NoNazisUnter einem WAZ-Artikel am 27. Juni 2009 über Tomas Grohés Garten, der ohne jeden Bezug auf seine Kandidatur für „Die Linke Alternative – Offene Liste Gelsenkirchen“ erschienen ist, findet sich folgender anonymer Kommentar:

nun versucht er sich am züchten von etwas ganz anderem. es sind rote bananen. aber rote bananen sind so bekömmlich wie rote pilze (= fliegenpilze).
der bürger hat daher rote pilze zu meiden,
meiden muß er aber mindestens ebenso die roten bananen.
#1 von LINKE Gelsenkirchen, vor 18 Stunden

Die roten Bananen sind das Logo der Linken Alternative, mit denen wir seit dem 1. Mai öffentlich auf uns aufmerksam machen. Bemerkenswert ist, wie hier ein altes Bild aus Schulbüchern der Nazi-Zeit herausgekramt wird. Damals wurde „der Jude“ mit dem giftigen Fliegenpilz gleich gesetzt. Heute setzt der anonyme Kommentator rote Bananen mit roten Pilzen (=Fliegenpilzen) gleich. Nun könnte man das, vor allem angesichts der Grammatik-Kenntnisse des Kommentatoren, als dummen Ausrutscher ansehen.

Doch sind derartige „Ausrutscher“ eben keine Ausrutscher in der Gelsenkirchener DIE LINKE. Marcus Veit, ExWASGler und Sprecher des Bezirks Mitte der DIE LINKE, philosophierte am 26. Februar 2008 um 00:35 Uhr im Forum DerWesten.de „Infiltriert die DKP die Linke?“ über den Namen der NSDAP:

Aber Namen können ja bekanntlich Schall und Rauch sein.
Nehmen wir mal an, die Nazi-Partei hätte einen ganz anderen Namen gehabt!
D.h.: Eine heute gegründete NSDAP wäre rein vom Namen her legitim!
Begründung:
N: National ist jede deutsche Partei, da sie in Deutschland agiert!
S: Sozialistisch wollen viele Parteien sein!
D: Siehe N! Also Wiederholung eigentlich!
A: Arbeiter haben meist SPD gewählt!
P: Parteien sind alle!
Man sieht also. das Begriffe kaum etwas erklären, eher verdecken!
Oder verschleiern!

Auch über den „echten Sozialismus“ klärte uns Marcus Veit noch am gleichen Tag um 23:01 Uhr auf:

… Der echte Sozialismus möchte keine Gleichschaltung, keine sog. Volksgemeinschaft, sondern Einklang mit einem Touch Kapitalismus! In gewissem, staatlich gesteuerten Rahmen. Wir haben hier einen Turbokapitalismus, nach dem Motto: „Haste de was, bist de was, haste nix, biste nix“! Der Kommunismus aller Dings hat alles verstaatlicht, auch die vermeintlich freien Bauern, die grundsätzlich Normen zu erfüllen hatten! Falls diese Normen nicht erfüllt wurden, blieb die Abgabenlast trotz dem gleich hoch, so dass dann kaum Eigenbedarf blieb! Gleich zeitig wurden diese Normen immer mehr erhöht, siehe DDR 1953! Natürlich könnte man noch weit mehr differenzieren, Bücher darüber würden Regale füllen! Der Kommunismus mündete demnach im Stalinismus, der mehr Personenkult und Terror erzeugte, als Karl Marx je voraus sehen konnte! Sein Buch, „Das Kapital“ zeigte nur auf, wie Sozialismus unter optimalen Vorraussetzungen funktionieren könnte! Er vergaß nur die Habgier einzelner, Funktionäre und „Eliten“ wollen immer mehr haben, als das „gemeine“ Volk!Bestes Beispiel DDR! Alle waren gleich, alle durften 20 Jahre auf ihren Trabbi warten, nur die Funktionäre nur 20 Minuten! Deshalb kann eine DKP uns versprechen was sie will, es würde in Armut einzelner münden! Der wirkliche Sozialismus aber lässt in engem Rahmen Kapitalismus so wie freie Marktwirtschaft zu, ohne aber soziale Ungerechtigkeiten zu zulassen! Ich hoffe, es in Grundzügen zur Zufriedenheit aller etwas verdeutlicht zu haben.

„Gleichschaltung“ und „Volksgemeinschaft“ sind Nazi-Begriffe, von denen sich Marcus Veit nur scheinbar löst, indem er sie durch den nichtssagenden Begriff „Einklang“ ersetzt, um direkt im Anschluss die dümmsten antikommunistischen Phrasen los zu lassen, gefolgt von wirren Vorstellungen von „echtem“ oder „wirklichem“ Sozialismus mit „einem Touch Kapitalismus“.

Auch der – inzwischen zurück getretene – Kreisschriftführer Reinhard Dowe erklärt zu dem von ihm verfassten Buch „Muda – Grundlagen für ein anderes Managementkonzept“:

Entsprechend ergibt mein durchgeführter Vergleich, dass in der westlichen Massenproduktion unnötigerweise ‘Ballast’ mitgeführt wird! Als Ballast sind u. a. anzusehen:
Der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit besteht nicht! Die Japaner haben diesen nach dem 2. Weltkrieg in ihrem Land einfach ignoriert. Eigentum und Verfügungsgewalt über Produktionsmittel sind nicht die ausschlaggebenden Unterscheidungsmerkmale, wie sie Karl Marx seiner Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie zugrunde legt. Wenn das wahr wäre, dann müssten Arbeiter und Angestellte vor den bankrotten Werkshallen Schlangestehen, um eine Bohrmaschine, einen Webstuhl, einen Kohlehobel oder etwas ähnliches zu erstehen – aber sie denken nicht daran! In bankrotten Unternehmen sind aus dem Produktionsmitteln kaum oder keine Erlöse zu erzielen! Das entscheidende Merkmal ist eben nicht das Eigentum oder die Verfügungsgewalt, sondern die Sicherheit aus Produktionsmitteln!

Lassen wir uns den Kernsatz auf der Zunge zergehen: Reinhard Dowe schreibt „Der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit besteht nicht!“ Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie die Gelsenkirchener DIE LINKE mit solchen Gedankengängern linke Politik betreiben will!

3 Antworten zu “Wie RECHTS ist die Gelsenkirchener DIE LINKE?”

  1. Knut Sagt:

    Den OB-Kandidaten der Gelsenkirchener DIE LINKE hat die junge Welt kürzlich interviewt:

    http://www.jungewelt.de/2009/06-30/056.php?sstr=ralf|herrmann

  2. [...] konnte der erste Abwahlantrag gegen den Sprecher und früheren Schriftführer der GE-LINKEN, Reinhard Dowe, wegen Nicht-Einhaltung der Frist auf der Mitgliederversammlung im November nicht behandelt werden. [...]

  3. [...] Kreisvorsitzender der Gelsenkirchener Republikaner geworden ist, scheinen doch die Grenzen in den Gedankengängen mancher Leute ohnehin eher fließend zu sein? Oder täusche ich [...]

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